Dienstag, 1. Januar 2013

Was ist das für eine Aktion?



Die Aktion Breitband für Tiefendorf ist der Name einer Interessengruppe 
von den Anwohnern (Privatleute, Selbständige, Freiberufler, Landwirte), aus dem 
Ortsteil Tiefendorf, die sich im Mai 2012 direkt an den Vorstandsvorsitzenden 
der Telekom, René Obermann gewandt haben, um nach Jahren des Wartens 
nun endlich einen schnellen und vor allem auch bezahlbaren Zugang zum Internet 
zu bekommen.
Ganze Strassenabschnitte sind in dem Ortsteil Tiefendorf, der zur Stadt Hagen 
gehört bis heute entweder gar nicht mit DSL (rot markiert) oder  
mit weniger als 400 kbit/s versorgt(orange markiert) und auch dort nur zeitweise.

Die meisten Gebäude stehen hier seit mehreren Jahrzehnten und sind alle an das Telefonnetz angeschlossen. Da jedoch die Versorgung durch den Hauptverteiler 5 in Hohenlimburg in der Königsbergerstrasse erfolgt, sind die Leitungslängen bis zu 8 Kilometer lang. Durch die daraus resultierende Dämpfung soll es laut der Telekom angeblich nicht möglich sein hier 
DSL-Anschlüsse zu schalten.

Die Telekom wäre zu einem Ausbau bereit, wenn dieser mit öffentlichen Mitteln gefördert würde. 
Hier wurden seitens der Telekom Summen von 250.000 Euro genannt, die jedoch bisher so nicht überprüfbar sind.


Was wollen wir im Ortsteil Tiefendorf?
Wir fordern für jeden Haushalt im Tiefendorf eine Grundversorgung "Breitband" auf der Basis Flat, also ohne Zeit und Volumenbegrenzung über die bereits vorhandenen Telefonkabel oder über neu zu verlegendes Glasfaserkabel mit einer Mindestgeschwindigkeit von  6.000 kbit/s Download- und 512 kbit/s Uploadgeschwindigkeit.

Und dies zu dem Preis, der auch in Hagen-Innenstadt für einen solchen Anschluß im Rahmen des regulären Telefonanschlußes zu zahlen ist. 

(Beispiel: Telekom Call & Surf Basic mit Internet Flat 29,95 Euro Monat)











So sieht die Verlegung von Telekomkabel auch heute noch in Tiefendorf aus
Vielleicht ist das auch der Grund, warum hier kein Internetzugang möglich ist?
Normal kann so eine Verlegung jedenfalls sicher nicht sein.



Was wollen wir definitiv nicht im Ortsteil Tiefendorf?
Wir wollen in keinem Fall eine funkbasierte Lösung für jeden einzelnen Haushalt wie z.B. UMTS / LTE / SAT / WiMAX, da diese keine Alternative zu einem Breitbandanschluss per Kupfer/Glasfaserkabel darstellen.

Nicht nur, das diese Angebote in der Regel volumenmäßig abgerechnet werden, was für den Nutzer erhebliche Mehrkosten pro Monat verursacht.
So kostet eine "Fair-Flat" für einen SAT-Zugang trotz vollmundiger Werbung immer noch 99,00 Euro pro Monat und die Volumenkontingente bei UMTS und LTE mit 3 / 5 / 10 / 30 GB sind ein Witz, wenn man bedenkt, das jeder Haushalt im Durchschnitt im Jahr 2012 schon 12,5 GB Datenvolumen pro Monat verbraucht hat. 
Und die Tendenz ist rasant steigend . Von 2007 bis 2012 hat sich der durchschnittliche Verbrauch von 6,9 auf 12,5 GB nahezu verdoppelt. (Quelle: VATM Analyse Telekommunikationsmarkt 2012)


Hinzu kommt, dass das gleichzeitige Telefonieren (z.B LTE und UMTS) vielfach technisch nicht möglich ist und man also zusätzlich noch einen kostenpflichtigen Festnetzanschluss vorhalten muss. 

WICHTIG: Wenn man neben LTE 800 Mhz auch noch Hausautomation 
auf Funkbasis (z.B. FS20-Module) betreibt kann es zu Konflikten kommen, die im schlimmsten Fall zum kompletten Ausfall der Hausautomation führen.

Die Ursache besteht darin, dass die LTE-Router in den Funkfrequenzbereich der Hausautomationssender/empfänger streuen und diese dann keine Funkverbindung untereinander aufrecht erhalten können.

Die Möglichkeiten, die dann bestehen , sind entweder der komplette teure Austausch der bestehenden Hausautomation oder falls überhaupt möglich die Umstellung auf 1800 oder 2600Mhz Router, die zudem diese Frequenz fest eingestellt haben müssen, da LTE-Router je nach Auslastung die Frequenzbänder automatisch wechseln. 

Ein Teil dieser Technologien ist auch vom Wetter und sogar von der Jahrezeit abhängig (Im Sommer, wenn die Bäume Laub tragen sinkt die Verbindung mitunter ab) und da es sich um ein"shared medium" handelt nimmt der Durchsatz ab, je mehr Nutzer sich eine Funkzelle teilen müssen.

Wenn man den Foren im Internet Glauben schenken darf, sind die Nutzer von LTE als Festnetzersatz mehr als enttäuscht. Die vollmundigen Werbeversprechungen in Bezug auf die Schnelligkeit, werden nämlich genau aus dem Grund in der Realität nicht eingelöst. 
Wenn nur ein Drittel der 750 Haushalte in Berchum auf LTE umstellen, dann ist aber schnell Schluß mit Lustig.
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Bei einem Zugang über Satellit hat man zu dem das Problem der sogenannten Latenzzeit, da das Signal beim Senden und empfangen jeweils 72.000 Kilometer zurücklegen muss. 
Deshalb kann man dies für zeitkritische Anwendungen, wie Spiele, Aktientrading, Versteigerungen bei den einschlägig bekannten Seiten mitunter nicht nutzen.

Außerdem entstehen dem einzelnen Haushalt weitere hohe Investitionen für die Technik und die Montage, da diese Technologien in der Regel mit Richtfunk- / Außenantennen / SAT-Schüsseln betrieben werden müssen.
Hier kommt man ganz leicht auf Beträge von 500 Euro und höher. So kostet ein LTE Router von AVM um die 250 Euro, die zwei Außenantennen schlagen mit 150 Euro zu Buche und wenn man nicht handwerklich begabt ist, und man das alles durch Fachfirmen an und aufbauen lassen muss, dann wird es schnell sehr teuer.








Eine Funk-Aussenantenne, die mit einem Router / Stick verbunden ist
und den Zugang zum Internet über eine Simkarte (hier: UMTS) ermöglicht.
Wie man erkennen kann müssen diese Antennen stabil an der
Hauswand befestigt werden und man muss zudem die Leitungen durch
die Wände ins Haus führen. genau dies verursacht regelmäßig Ärger, wenn
es sich um gemietete Objekte handelt.







Bei LTE kommen sogar je nach Entfernung vom Funkmast
zwei Antennen zum Einsatz. Da ist der Ärger mit dem Vermieter
schon vorprogrammiert.





Hier eine Sende- und Empfangs-Satellitenantenne für Internet.

Solche Antennen müssen exakt ausgerichtet sein und dürfen sich auch

bei Wind und Sturm möglichst nicht bewegen. Die Anforderungen sind

hier weitaus höher als bei TV-Sat-Antennen

Von dem Problem für Mieter bei der Montage solcher Antennen (Bohrlöcher) und der Verkabelung (Durchführungen) an gemieteten Objekten mal ganz abgesehen.

Hinzu kommt, das jedes Haus in Tiefendorf ja bereits schon per Kupferkabel versorgt wird. 

Von daher bietet sich unter dem Gesichtspunkt der Kostenvermeidung die Weiterverwendung dieser Kabel geradezu an. Zumal die bei den LTE-Angeboten der Telekom eh für die Telefonie weiter genutzt werden.



Mögliche Realisierung

Hier gibt es u.a. folgende Möglichkeiten einen Breitbandzugang zu realisieren

Eine ist, der Überbau eines Kabelverzweigers (KvZ). Hierbei wird der Kabelverzweiger, von dem aus die einzelnen Leitungen zu den Häusern abgehen, mit Technik aufgerüstet und das eigentliche Signal per Richtfunk zugeführt. Diese Technik wird häufig in den Dörfern im Hochsauerland eingesetzt.
In dem Fall müssen keine Strassen aufgerissen werden und nicht über Kilometer neue Kabel verlegt werden.

Hier sieht man einen "überbauten" KVz mit Richtfunkantenne


Eine andere Möglichkeit besteht darin, die vorhandenen Kupferleitungen, die das Signal vom Hauptverteiler in Hohenlimburg nach Tiefendorf bringen gegen Glasfaserleitungen zu tauschen. 
Es wäre, je nachdem welche Geschwindigkeiten man an Ende der Stecke haben möchte, auch ausreichend nur Teilbereiche der Strecke gegen Glasfaser auszutauschen.

In dem Fall wird die Dämpfung, die mit zunehmender Länge einer Kupferleitung ebenfalls zunimmt und für den geringen Durchsatz verantwortlich ist, erheblich verringert. Glasfaserkabel haben im Gegensatz zu Kupferkabeln so gut wie keine Dämpfung.
Die im Jahr 2012 vorgestellte Lösung der Telekom sah einen solchen Austausch der Leitung vom Hauptverteiler in der Königsberger Straße bis zum KVZ 5-A30 am Berchumer Friedhof vor.
Nach Aussagen der Telekom wäre dann am Ende der Strecke in Tiefendorf mit maximal biszu 6 Mbit/s zu rechnen gewesen.

Die optimalste Lösung ist jedoch der komplette Austausch der Kupferkabel gegen Glasfaser bis ins Haus (FTTH Fibre-To-The-Home). Dies wäre aber sicher nur mit zusätzlichen Baukostenzuschüssen seitens der Hausbesitzer zu realisieren, wobei wenn man nach Schwerte schaut, man dort für 700 Euro einen Glasfaseranschluß bis in Haus bekommt. 
Im Sinne des Werterhalts einer Immobilie sicher eine Summe, die durchaus im Rahmen des Möglichen liegt
 

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