Mittwoch, 27. Januar 2016

Und wieder ein Jahr vorbei ...

Nachdem nun wieder ein Jahr vergangen ist, ohne das sich auch nur das Geringste in Sachen DSL für Tiefendorf getan hätte, ist es wohl an der Zeit mal wieder Kohlen aufs Feuer zu legen. Die Stadtverwaltung macht ja nach wie vor nichts in Sachen DSL für Tiefendorf.

Allenthalben hört man ja von der Bundesregierung "Wir schaffen das" und angesichts der bisherigen Erfolge im Breitbandausbau kann man mit Sicherheit sagen, Nein, wir schaffen auch das nicht.
Inzwischen haben es auch die ersten in der Politik erkannt, dass Funkversorgung und Vectoring auch nicht das "Gelbe vom Ei" ist wie uns vor allem die Telekom immer weismachen möchte.

Das Bundesland Rheinland-Pfalz wird bestehende Infrastruktur durch Glasfaser ersetzen. Das gab Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am 20. Januar 2016 bekannt.
So sagt die die in Studie "Weichen stellen für die Anforderungen von morgen - Ausbau der Breitbandinfrastruktur in Rheinland-Pfalz mit Bandbreiten von mindestens 300 MBit/s" die der TÜV Rheinland erstellt hat:

"Funktechnologien können die geforderten Bandbreiten aus heutiger Sicht nicht zuverlässig bereitstellen."

Und zum Vectoring, was die Telekom nun ausbauen will.

"Die Netzstruktur Glasfaser bis zu den Verteilerkästen am Straßenrand, kurz FTTC (Fiber to the Curb), kann zwar über technologische Weiterentwicklung wie das so genannte Super Vectoring theoretisch Bandbreiten von 300 MBit/s erzielen, allerdings nicht flächendeckend."

Fakt ist, nur Glasfaser bis ins Haus (FTTH) ist die einzige Variante, die uns jetzt und in Zukunft weiterbringt und uns im globalen Wettbewerb unterstützt, um nicht noch weiter nach hinten zu fallen.
Aus eigener Erfahrung kann ich derzeit nur sagen, Funk kommt vermutlich von "Funktioniert nicht immer".

Obwohl hier LTE im Rahmen von Call & Surf via Funk laut Vertrag bis zu 100 MBit/s schnell sein soll, fällt die erreichbare Geschwindigkeit von Monat zu Monat weiter ab. Man kann froh sein, wenn man Downloadgeschwindigkeiten von 1,8 MBit/s erreicht.

Allerdings nur solange man das Volumen nicht verbraucht hat, dann fällt die die Downloadgeschwindigkeit rapide auf ca. 45 KB/s ab - also noch unter ISDN-Modem-Geschwindigkeit. Dann geht praktisch gar nichts mehr und man ist gezwungen nachzukaufen.

Das die Durchsätze ständig sinken ist ja auch völlig normal ist, da die Funkmasten von immer mehr Menschen genutzt werden und sich dadurch die maximal mögliche Durchsatzgeschwindigkeit des einzelnen Masten ja auf alle Nutzer aufteilt.

Und wir kennen das ja, mit einem Kuchen und einer CD macht man eben keine große Party.

Um eine entsprechende Versorgung zu erreichen müssten viel mehr Masten aufgestellt werden, die Ihrerseits ans Glasfasernetz angebunden werden müssten, wobei sich die Katze wieder in den eigenen Schwanz beißt, denn dann kann man auch gleich die Kabelverzweiger am Strassenrand anbinden.

Hinzu kommt, das aufgrund der geltenden Volumenbegrenzung bei Call & Surf via Funk Verträgen eine aktive Teilnahme und Nutzung der Angebote (z.b. ARD/ZDF Mediathek, Netflix , Amazon-Film, Amazon-Music) praktisch unmöglich wird, da die Nutzung finanziell zu einem Fass ohne Boden wird.
Aufgrund der fehlenden DSL Versorgung ist das alternative Produkt "Hybrid" hier natürlich auch nicht buchbar. Da wäre dann zumindest schon mal keine Volumenbegrenzung. Dafür können dann die Bürger, die eh schon einen DSL Anschluss haben den Hybrid buchen und nehmen denen, die eh schon nichts haben auch noch die Bandbreite weg.
Was wir hier haben ist eine technologische Mehrklassengesellschaft.