Freitag, 21. Oktober 2016

Die Wirtschaft in Hagen geht die Volme runter.


Innerhalb weniger Wochen hat Hagen 840 Arbeitsplätze verloren.

Nicht durch Insolvenzen, sondern durch Abwanderung! Douglas, Nordwest und Putsch verlagern ihre Unternehmen nach Düsseldorf, Dortmund und Wuppertal.

In erster Linie aufgrund fehlender Expansionsmöglichkeiten.

Das hatten wir in der Vergangenheit schon bei Zwieback-Brandt und auch bei Europart. Gelernt hat man daraus jedoch in der Stadtverwaltung von Hagen anscheinend bis heute nichts. Hier weist man wie immer gerne die Schuld von sich.

Und das sind nur die großen Unternehmen. Von den kleinen, meist sehr innovativen Unternehmen, die Hagen verlassen, bekommt man nichts mit. Gründe sind auch hier fehlende Expansionsmöglichkeiten zusätzlich verbunden mit einem, selbst in ausgewiesenen Gewerbegebieten, desolaten Breitbandausbau.

Dienstleistungen im Hochtechnologiesektor wie Softwareentwicklung funktioniert eben nicht mit einem 64-Kbit Modem.

Und verstehen kann man die Unternehmer, warum sich wie ein Bittsteller oder wie sagte es Herr Bahn im Artikel  Diskussion - Wie geht Hagen mit seinen Unternehmern um?  so schön: "als Störenfried" zu fühlen, wo andere Städte alles bieten. Gewerbeflächen, Glasfaseranschlüsse bis ins Haus (FTTH) und das Ganze zu niedrigeren Gewerbesteuern als Hagen.

Wer kann da schon Nein sagen?

Und Neuzugänge sind nicht wirklich zu verzeichnen, wenn man von ein paar Pommes- und Dönerbuden mal absieht.

Und auch die immer gerne wiederholte Geschichte der Ansiedlung von diversen Möbelgeschäften wird schon ehr zum Running-Gag.


Woran liegt es? 

Wer sich bei den Unternehmern umhört bekommt recht schnell einen Eindruck wo es hapert. In nahezu allen Gesprächen kommt man früher oder später immer auf die Wirtschaftsförderung, sprich HAGENagentur zu sprechen. Und in vielen Fällen sind die Äußerung nicht eben positiv.

Die A-BFT, vormals IGDSL kann da ohne Probleme ins gleiche Horn blasen, was das angeht.

In Sachen Breitbandausbau, ein wichtiger Standortfaktor, hat sich Hagen bisher nicht mit Ruhm bekleckert.

Seit 2012 sind hier keine wirklichen Fortschritte erkennbar und seit November 2012 ist die HAGENagentur damit beauftragt.

Förderanträge werden nicht gestellt, Fristen verstreichen, Gelder werden nicht abgerufen.

Gibt es überhaupt ein klares Konzept für die Industriegebiete oder die ländlichen Gebiete?

Richten soll es jetzt ein Breitband-Berater. 


Übergabe des Förderbescheides am 06.07.2016 an die Bundestagsabgeordneten Frau Giousouf  (CDU)
 und Herrn Röspel (SPD) durch den PSts Herrn Ferlemann. Foto: Hans-Peter Koenig BMVI




Bis heute 21.10.2016, also wieder einmal 3,5 Monate später (!) ist allerdings in Hagen noch nicht mal die Ausschreibung für diesen Berater erfolgt.

Damit dürfte die Abgabefrist  des 3. Aufrufs für Breitbandförderung am 28.10.2016, wie so viele andere Fristen  vorher,  wohl auch wieder einmal fruchtlos verstreichen.


Also wir verstehen es langsam nicht mehr!

Samstag, 8. Oktober 2016

WAZ "Fördermittel können nur für weiße Flecken beantragt werden"

Am 07.10.2016 berichtet die WAZ Hohenlimburg von einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Hagen-Agentur, Michael Ellinghaus.




© WAZ Hohenlimburg


Was sind die Erkenntnisse nach dem Lesen des Artikels für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger in Tiefendorf und Berchum? 

Es gab vor April 2016 Probleme.


Das es vor April 2016 Probleme gab ist weithin bekannt, nicht umsonst wurde von mir eine weitere Petition beim Landtag in Düsseldorf eingereicht. Das Ergebnis ist allen bekannt, Die Gemarkung Berchum ist jetzt Teil der Gebietskulisse und somit förderfähig. Somit gab es seit April 2016 eben diese von Herrn Ellinghaus genannte Hürde auch nicht mehr.

Und was glauben Sie lieber Leser,  wurde in den Monaten nach April 2016 seitens der HAGENagentur für Tiefendorf und Berchum getan?

Genau, und die Zeit läuft ab.

Bis 28.10.2016 müssen die Anträge für die laufende Förderperiode gestellt werden. Ein sehr sportliches Unterfangen, selbst für einen (noch nicht beauftragten) Berater.  Wir schreiben den Termin besser schon mal ab, wie soviel Termine vorher, die ebenfalls abgeschrieben wurden.

Es soll ein Berater bei den Förderanträgen helfen.


Wie wir aus stets gut unterrichteten Kreisen hören, sind 50.000 Euro für einen externen Berater am 06.07.2016 in Form eines Förderbescheides offiziell an Vertreter der Stadt Hagen übergeben worden.

Nun läuft das Ausschreibungsverfahren in Hagen.

Und wie sagte Bernd Stromberg schon immer: "Es läuft!"

Und dann muss noch die Prüfung der Angebote erfolgen und dann irgendwann kommt es zur Auftragsvergabe an den Berater. Sicher weit nach dem 28.10.2016.


Und es gibt laut Herrn Ellinghaus eine Markterkundung, die im Sommer 2016 abgeschlossen wurde.


Stimmt, die wurde am 01.07.2016 veröffentlicht und die Frist zur Beantwortung der Fragen war der 05.08.2016.

Die A-BFT versucht derzeit zu ermitteln, wie die Ergebnisse dieser Markterkundung genau waren. Interessiert einen als betroffenen Bürger ja schon. Nur häppchenweise aus der Presse davon zu erfahren ist nicht so zielführend.

Und was ist eigentlich aus der Markterkundung vom 05.03.2014 geworden?


Und es wollen Firmen ausbauen und zwar weite Bereiche in Hagen.


Wer und wo da ausbauen will wurde aber nicht gesagt.

Wozu eigentlich noch? Für alle, die es bisher noch nicht wussten. Wie heißt es im Artikel:

"Knapp 90 % der Hagener Haushalte sind mit mindestens 50 Mbit/sek Downloadbandbreite versorgt." 

Damit dürfte die Stadt Hagen mit an der Spitze aller Städte in ganz Deutschland stehen, ach was sagen wir, von ganz Europa.

Es geht endlich wieder aufwärts!  - (Ironie aus).